Montag, 21. Februar 2011

[Rezension] Evermore - Die Unsterblichen von Alyson Noël

Autorin: Alyson Noël
Titel: Evermore - Die Unsterblichen
Verlag: Page & Turner
Seitenanzahl: 384
ISBN-13: 978-3-442-20360-4
Preis: 16,95 €


Erster Satz
>>Wer ist das?<<

Kurze Inhaltsangabe
Im Alter von 16 Jahren verliert Ever bei einem schrecklichen Autounfall ihre gesamte Familie. Nur knapp überlebt sie den Unfall und besitzt seitdem eine besondere Gabe. Sie kann die Gedanken der Menschen um sich herum lesen und sieht deren Aura – Farben. Als Damen, der coole, gutaussehenden Neue an ihre Schule kommt, schwärmt fast jedes Mädchen für ihn. Ever wird ebenfalls auf ihn aufmerksam und fühlt sich so glücklich wie schon lange nicht mehr, denn sie kann seine Gedanken nicht hören. Ever ist zum ersten Mal in ihrem Leben von ihrer Gabe erlöst, doch gleichzeitig irritiert sie dieser Umstand auch. Wenn sie die Gedanken eines Menschen nicht hören kann, dann liegt das eigentlich daran, dass die Person schon tot ist. Damen scheint allerdings quicklebendig zu sein. Welches Geheimnis verbirgt er? Wie wird sich die Beziehung der beiden entwickeln?

Eigene Meinung
Die Meinungen über den ersten Teil der Evermore – Reihe gehen doch sehr weit auseinander. Die einen sind total begeistert und halten die Buchreihe für die neue Biss – Reihe, andere wiederum sprechen von einem totalen Twilight – Abklatsch und Schundbuch. Ich selbst muss sagen, dass ich mich in der Mitte dieser Meinungen befinde, wobei ich eher in die positive Richtung tendiere. Ja, ich hatte mir etwas mehr von Evermore – Die Unsterblichen erwartet, doch hat mich das Buch in seinen Bann ziehen können.

Die Grundidee der Geschichte, dass Ever Gedanken lesen und die Aura der Menschen sehen kann, hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin hat ihre Idee gut umgesetzt, indem sie den Leser am Anfang des Buches beispielsweise eine Übersicht über die verschiedenen Aura – Farben gibt. Auch finde ich, dass sich die Geschichte mit der richtigen Geschwindigkeit entwickelt hat. Man möchte immer weiterlesen, da man die ganze Zeit gespannt ist, wie sich die Geschichte weiterentwickelt. Leider hat mich der Umstand, dass Ever die Gedanken von Damen nicht hören konnte, sehr an Twilight erinnert. Darüber habe ich aber hinweggesehen, da es für den weiteren Verlauf der Geschichte notwendig gewesen ist. Nach dieser Ähnlichkeit hat sich die Geschichte auch in eine ganz andere Richtung entwickelt. Manches hätte ich am Anfang des Buches wirklich nicht erwartet, so dass es einige Überraschungen für mich gab.

Die Protagonisten werden von der Autorin sehr charakterbetont beschrieben. Man kann sich gut vorstellen, wie die einzelnen Personen aussehen oder handeln werden. Ever ist für mich eine der charakterstärksten Personen in diesem Buch. Durch ihre tragische Vergangenheit fühlt sich der Leser schon nach kurzer Zeit mit ihr verbunden. Man kann gut nachvollziehen, wie Ever sich fühlt, nachdem sie bei dem Autounfall ihre ganze Familie verloren hat, da dies sehr emotional von der Autorin beschrieben wird. Auf eine ganz besondere Art hat es mich berührt, wie es dazu kam, dass Ever die einzigste war, die überlebt hat. Sie versucht trotz ihrer Gabe ein normales Leben zu führen, was ihr nicht gerade gut gelingt. Ihre Gabe macht sie zu einer Außenseiterin, sie hat aber starke Freunde an ihrer Seite, die sie tatkräftig unterstützen. Es gibt zwar hin und wieder kleine Streitereien, die aber ganz normal bei einer Freundschaft sind. Ever hat nur den großen Wunsch wieder normal zu sein, so dass sie auf wirklich verrückte Ideen kommt, um ihre Gabe „auszuschalten“. Dieses Rebellieren gegen ihre Begabung wirkt auf den Leser sehr verständlich, wenn man erst einmal erkannt hat, was eine solche Gabe für Probleme mit sich bringt.

Der Anfang des Buches weist für mich allerdings mehrere Schwachstellen auf. Zu Beginn sind einige Situationen sehr vorhersehbar. So war mir an einer Stelle klar, dass Ever genau dort Damen treffen wird. Und tatsächlich ist dieser Fall dann auch eingetreten. Dieses Vorhersehbare ist mir aber nur am Anfang aufgefallen, was somit nicht all zu schlimm für mich war.

Blumen, besonders Tulpen, spielen in Evermore eine wichtige Rolle. Wie auf dem Cover schon zu sehen ist, haben die Tulpen eine symbolische Bedeutung. Für mich war es wirklich interessant zu erfahren, warum Damen Ever Tulpen, einer anderen Klassenkameradin aber weiße Rosen geschenkt hat. Negativ ist mir allerdings aufgefallen, dass Damen andauernd Tulpen für Ever hergezaubert hat. Eine ganze Weile gab es bei jeder Begegnung der beiden Tulpen, was mich dann auch wirklich gestört hat. Hier hätte die Autorin nicht so sehr übertreiben müssen.

Das Ende des Buches lässt viele Fragen unbeantwortet und ist sehr offen. Damit ist auf jeden Fall klar, dass es sich hierbei um eine Buchreihe handelt. Trotz der aufgezählten Mängel hat Evermore es geschafft, dass ich auch die nächsten Teile der Serie lesen möchte. Vielleicht war es nicht der beste Buchreihenstart, doch ich bin gespannt, wie sich die Beziehung von Ever und Damen entwickelt und was noch für Abenteuer auf sie warten.

Fazit
Evermore – Die Unsterblichen ist für mich definitiv ein Jugendbuch, das ich auch dieser Altersklasse empfehle. Junge Mädchen, die sich hier eine romantische Geschichte mit Fantasyelementen erhoffen, sind mit diesem Buch genau richtig beraten. Ich empfehle euch, diese Reihe nicht mit der Biss – Reihe zu vergleichen, dann werdet ihr sicher euren Spaß mit Evermore haben. Ich bin trotz der Mängel schon sehr gespannt auf den zweiten Teil und wie es mit Ever und Damen weitergehen wird.

Bewertung

Sonntag, 20. Februar 2011

[Neu] Black Dagger 3 & Still Missing - Kein Entkommen

Gestern war nach langer Zeit wieder einmal Büchershoppen angesagt. Ich habe es doch tatsächlich seit Anfang Febraur bis gestern ausgehalten kein einziges Buch zu kaufen. Zum einen habe ich mir endlich den 3. Band der Black Dagger - Reihe von J. R. Ward zugelegt und zum anderen gab es für meine Thriller Challenge Nachschub. Still Missing - Kein Entkommen von Chevy Stevens scheint gerade richtig beliebt unter den Bloggern zu werden und ich denke auch, dass es mir gefallen wird. Die Geschichte hört sich auf jeden Fall sehr spannend an und wenn sie auch nur halb so gut ist wie das Cover, dann hat sich das Buch für mich schon gelohnt. Das Cover ist doch wirklich genial, findet ihr nicht auch?

Black Dagger - Ewige Liebe von J. R. Ward
Sie sind eine der geheimnisvollsten Bruderschaften, die je gegründet wurde: die Gemeinschaft der Black Dagger. Und sie schweben in tödlicher Gefahr: Denn die Black Dagger sind die letzten Vampire auf Erden, und nach jahrhundertelanger Jagd sind ihnen ihre Feinde gefährlich nahe gekommen.
Der Vampirkrieger Rhage ist unter den Black Dagger für seinen ungezügelten Hunger bekannt: Er ist der wildeste Kämpfer – und der leidenschaftlichste Liebhaber. In beidem wird er herausgefordert ...

Still Missing - Kein Entkommen von Chevy Stevens
Was würdest du tun, wenn dich jemand am helllichten Tag entführt? Wenn du ihm vollkommen ausgeliefert bist? Wenn es aus dieser Hölle kein Entkommen gibt? Würdest du töten? Und wäre dann wirklich alles vorbei? Ein Thriller wie ein Albtraum, der immer wieder neu beginnt.

[Buchvorstellung] Nicht weit vom Stamm von Oliver Uschmann

In den letzten Tagen sieht man den Trailer auf vielen Bücherblogs und auch ich möchte ihn euch nicht vorenthalten, denn es handelt sich dabei um eine tolle Blogger-Aktion des Script5 Verlages. Vor kurzem ist in diesem Verlag der neue Roman Nicht weit vom Stamm von Oliver Uschmann erschienen. Wer nun auf seinem Blog den Trailer dieses Buches einbettet, wird mit einem Wunsch-Rezensionsexemplar aus dem Script5 Verlag belohnt. Das einzigste was ihr dann noch machen müsst, ist den Link eures Beitrages, euer Wunschbuch und eure Adresse an die E-Mail-Adresse info@script5.de zu schicken. Ich finde die Idee auf jeden Fall sehr toll und stelle euch nun den neuen Roman von Oliver Uschmann vor. Selbst habe ich das Buch noch nicht gelesen, finde aber, dass die Kurzbeschreibung sich sehr interessant anhört.

Info
Die Aktion ist beendet! Da die Aktion wohl große Beteiligung unter den Bloggern gefunden hat, gibt es nun leider keine Wunsch-Rezensionsexemplare mehr.


Nicht weit vom Stamm von Oliver Uschmann
Sven hat die schiefe Bahn verlassen und ist am Ziel angekommen: ganz unten. Seine Tage verbringt er im Rausch, seine Nächte wahlweise mit Sex oder Prügeleien. Dabei stünden ihm alle Türen offen, sagt sein Vater – hätte Sven sie nicht vor fünf Jahren zugeschlagen.
Als seine Schwester bedroht wird, findet sich Sven in seinem schlimmsten Albtraum wieder: Der einzige Weg, Lina zu retten, ist, so zu werden wie sein Vater.

Oliver Uschmanns Roman "Nicht weit vom Stamm" erzählt schonungslos und ehrlich von verlorenen Zielen, falschen Freunden und der Macht der Zuversicht.


Donnerstag, 10. Februar 2011

Literaturstöckchen

Ich habe mir dieses Literaturstöckchen ganz frech bei Petra von Seitenweise... geklaut, weil ich finde, dass es das Leseverhalten eines Menschen sehr schön beschreibt. Mich interessiert es immer, was andere büchersüchtige Menschen für Büchervorlieben haben und wie sie mit ihren Büchern umgehen. Deshalb werde ich nun dieses Stöckchen beantworten und sicherlich viel Spaß dabei haben.


Gebunden oder Taschenbuch?
Ich bevorzuge eher Taschenbücher, da sie handlicher und günstiger sind. Außerdem kann ich bei ihnen immer das Cover sehen und darüber streichen, was ich total toll finde. Hardcover haben natürlich auch ihre Vorzüge, weshalb ich auch solche kaufe, aber hauptsächlich eben Taschenbücher.

Amazon oder Buchhandel?
Das ist unterschiedlich. Während der Schulzeit habe ich relativ wenig Zeit, um in eine Buchhandlung in der Stadt zu gehen, so dass ich dann meistens bei Amazon bestelle. Wenn ich allerdings Zeit und Lust habe, gehe ich wahnsinnig gerne in eine Buchhandlung, denn ich liebe den Duft von neuen Büchern und lese mich gerne einmal in ein Buch ein.

Lesezeichen oder Eselsohr?
Auf jeden Fall Lesezeichen! Eselsohren gehen bei mir gar nicht, denn ich könnte mein Buch niemals so zerstören.

Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet?
Momentan stehen meine Bücher leider sehr ungeordnet in meinem Bücherregal, da es zu klein geworden ist und ich die Bücher irgendwie unterbringen muss. Mein Vater macht mir demnächst aber ein neues, größeres Regal, so dass ich die Bücher dann auch sortieren kann. Ich werde die Bücher erst einmal grob nach Genres ordnen und dort dann nach dem Nachnamen des Autors.

Behalten, wegwerfen oder verkaufen?
Ich behalte meine Bücher immer, da ich ein absoluter Büchersammler bin. Ich gebe nur Bücher weg, wenn ich sie schon seit Ewigkeiten habe und nie gelesen habe bzw. nie lesen werde oder sie wirklich sehr schlecht waren.

Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?
Natürlich behalten, da ist doch das schöne Cover drauf und die finde ich sehr wichtig.

Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?
Ich lese immer ohne, da die Schutzumschläge mich beim Lesen stören, wenn das Buch darunter immer wegrutscht und da ich sie nicht kaputt machen möchte.

Kurzgeschichte oder Roman?
Ich lese am liebsten Romane. Bisher habe ich eigentlich noch keine richtige Kurzgeschichte gelesen.

Aufhören wenn man müde ist oder wenn das Kapitel zu Ende ist?
Ich bin eigentlich dafür aufzuhören, wenn man zu müde ist, um sich auf die Buchstaben vor einem zu konzentrieren. Aber in der Praxis kann ich manchmal dann doch nicht aufhören weiterzulesen. Dadurch habe ich morgens oft das Problem nicht mehr genau zu wissen, was auf den letzten Seiten überhaupt stand.

„Die Nacht war dunkel und stürmisch“ oder „Es war einmal“?
„Die Nacht war dunkel und stürmisch“, das hört sich nach einem sehr spannenden Buch an ...

Kaufen oder leihen?
Definitiv kaufen, ich muss ein Buch einfach besitzen, so bin ich nun einmal. Früher, als ich noch jünger war und Kinder- und Jugendbücher gelesen habe, habe ich aber meistens Bücher aus der Bibliothek ausgeliehen.

Neu oder gebraucht?
Ich bevorzuge auf jeden Fall neue Bücher, da ich total gerne als erste ein Buch durchblättere und lese. Besonders gerne schlage ich das Buch auf und hebe meine Nase ganz nah an das Buch heran, um an dessen frischen, neuen Duft zu schnuppern. Das hört sich irgendwie krank an, aber das mache ich nun einmal total gerne.

Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?
Ich schaue so gut wie nie auf die Bestsellerliste, sondern lese Rezension von Lesern und ihre Empfehlungen. Außerdem stöbere ich auch ganz gerne selbst auf Amazon und lese mir die Kurzbeschreibungen durch.

Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?
Das ist mir egal, es sollte nur kein erzwungener Cliffhanger sein, damit man eine Serie daraus machen kann, denn so etwas merkt der Leser.

Morgens, mittags oder nachts lesen?
Das ist ganz unterschiedlich. Ich lese dann, wenn ich Lust und Zeit habe. Während der Schulzeit ist es aber meistens morgens vor der Schule und abends im Bett.

Einzelband oder Serie?
Da bin ich ganz offen. Ich lese sehr gerne Serien, bin aber auch ganz froh, wenn ich mal nicht eine neue Reihe anfangen muss.

Lieblingsserie?
Da gibt es mehrere, das wären zum einen die Midnight Breed Serie von Lara Adrian, die Dark Hunter-Serie von Sherrilyn Kenyon oder auch die Werwolf-Serie von Lori Handeland.

Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand gehört hat?
Ich weiß nicht, ob noch nie jemand von diesem Buch gehört hat und das kann ich mir eigentlich auch nicht vorstellen, aber das wäre bei mir Libellensommer von Antje Babendererde.

Lieblingsbuch, das du letztes Jahr gelesen hast?
Da gab es auch mehrere, die mir super gut gefallen haben, z.B. Das Leuchten der Stille von Nicholas Sparks, Geliebte des Schattens von Sherrilyn Kenyon oder Nach dem Sommer von Maggie Stiefvater.

Welches Buch liest du gegenwärtig?
Ich bin gerade auf den letzten 30 Seiten von Arkadien brennt von Kai Meyer.

Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?
Aller Zeiten? Das habe ich nicht wirklich, weil mir so viele Bücher gut gefallen.

Lieblingsautoren?
Mhhm, da gibt es eine ganze Menge, hier also nur ein paar, beispielsweise Antje Babendererde, Jenny Nimmo, Kai Meyer, Lara Adrian, Lori Handeland, Lynsay Sands, Maggie Stiefvater, Sebastian Fitzek, Sherrilyn Kenyon und Tess Gerritsen.


So, und mit dieser letzten Frage wäre das Stöckchen beendet. Wie ich schon dachte, hat es mir echt Spaß gemacht und mir kam es gar nicht so vor, dass es viele Fragen waren. Ich gebe das Stöckchen an ein paar Blogger weiter, aber es darf sich gerne auch jeder andere nehmen, der möchte. Ich habe es mir schließlich auch ganz frech geklaut. Also, mich würde es freuen, wenn kattiesbooks, Kielfeder, Lenabo's Blog, LeseLust & LeseLiebe und Thriller Killer's Blog dieses Stöckchen beantworten würden, aber nur wenn ihr Lust und Zeit dazu habt.

Samstag, 5. Februar 2011

[Lesestatistik] Januar 2011

Gelesen im Januar 2011
1. Pittacus Lore: Ich bin Nummer Vier [4/5*]
2. Sebastian Fitzek: Der Augensammler [5/5*]
3. Alyson Noël: Evermore - Die Unsterblichen [4/5*]
4. Bettina Belitz: Splitterherz [5/5*]
5. Natascha Kampusch: 3096 Tage [5/5*]

Begonnen im Januar 2011
6. Kai Meyer: Arkadien brennt [bis Seite 114 von 400]

Buch des Monats Januar 2011












Gelesene Bücher insgesamt: 5
Gelesene Seiten insgesamt: 2214
Bewertung im Durchschnitt: 4,60


Gekauft*/Geschenkt*/Gewonnen* im Januar 2011
1. Natascha Kampusch: 3096 Tage*
2. Dee Brown: Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses*
3. Bettina Belitz: Scherbenmond*
4. Wulf Dorn: Kalte Stimme*
5. Joseph Nassise: Die Hunt-Chroniken - Der Schattenseher*

SuB-Zugänge: +5
Bereits gelesene Bücher: 1
SuB-Stand aktuell: 28


Challenge-Stand im Januar 2011

Der Serie hinterher 2011: 1/12
Seiten-Zähl-Challenge 2011: 2214/15.000
Thriller Challenge 2011: 1/12

Dienstag, 1. Februar 2011

[Rezension] Der Augensammler von Sebastian Fitzek

Autor: Sebastian Fitzek
Titel: Der Augensammler
Verlag: Droemer
Seitenanzahl: 448
ISBN-13: 978-3-426-19851-3
Preis: 16,95 €


Erster Satz
Es gibt Geschichten, die sind wie tödliche Spiralen und graben sich mit rostigen Widerhaken tiefer und tiefer in das Bewusstsein dessen, der sie sich anhören muss.

Kurze Inhaltsangabe
Er spielt das älteste Spiel der Welt: Verstecken. Ein grausamer Mörder tötet zuerst die Mutter, entführt dann die Kinder und gibt dem Vater genau 45 Stunden Zeit die Kinder wieder zu finden, bevor sie in ihrem Versteck qualvoll sterben müssen. Bisher konnte keines der Kinder lebend geborgen werden und dazu kommt noch, dass den Kindern jeweils das linke Auge fehlt. Der Journalist Alexander Zorbach wird nicht ganz unfreiwillig in die Suche nach dem Mörder verstrickt. Bisher konnte die Polizei keine Spuren finden, die zu dem Täter führen. Eines Tages meldet sich Alina Gregoriev, eine blinde Physiotherapeutin und gibt an den „Augensammler“ behandelt zu habe. Für Zorbach, der mitten in das Fadenkreuz der Ermittler geraten ist, scheint Alina die letzte Chance zu sein. Doch kann er ihren hellseherischen Fähigkeiten vertrauen? Oder führt sie ihn erst recht auf die falsche Spur?

Eigene Meinung
Zu Anfang fällt dem Leser erst einmal auf, dass das Buch auf Seite 442 beginnt. Das ist von dem Autor so gewollt, denn eine Seite davor findet man dieses wunderschöne Zitat aus einem Lied von The Script:

It’s the end where I begin.
The Script

Anfangs hat mich dieser Umstand etwas verwirrt, denn ich habe nicht verstanden, warum der Anfang des Buches auch das Ende sein sollte. Für mich fing das Buch ganz normal mit der Geschichte an, nur dass die Seitenzahl eben immerzu abnahm. Erst am Schluss wurde mir richtig bewusst, was hinter dieser Idee steckt und die Auflösung war total unerwartet, aber wirklich einfallsreich und überzeugend.

Beim Lesen der ersten Seiten denkt man, dass Alexander Zorbach der Böse in diesem Thriller ist, doch dieses Bild wandelt sich mit abnehmender Seitenzahl. Alexander Zorbach ist ein Charakter, der wegen eines einzigen großen Fehlers sein zukünftiges Leben besiegelt hat. Dieser Fehler hat sein ganzes Leben umgeworfen und aus ihm einen Mann voller Albträume gemacht. Der Leser weiß nicht, ob Alexander Zorbach in der damaligen Situation richtig gehandelt hat, doch er weiß, dass Zorbach an sich ein guter Mensch ist, was sich an der Liebe zu seiner Familie und im Umgang mit Alina Gregoriev widerspiegelt.

Alina Gregoriev hat mich von Anfang an fasziniert, was wohl nicht nur an ihrem Charakter lag, sondern auch daran, wie sie als Blinde die Welt „sieht“. Man merkt, dass Sebastian Fitzek sich sehr gut über das Blindsein informiert hat und sich intensiv damit auseinandergesetzt hat. Er beschreibt, wie Alina sich mit bestimmten Hilfsmitteln im Leben zurechtfindet und schildert ihren dringendsten Wunsch nicht als Behinderte gesehen zu werde, sondern als vollwertiger und normaler Mensch. Wenn man dann noch den abenteuerlustigen und mutigen Charakter von ihr dazu nimmt, ist Alina Gregoriev einer der interessantesten Charaktere dieses Buches.

Was für mich diesen Thriller besonders gemacht hat, war der Hauch des Übernatürlichen. Neben dem Protagonisten Alexander Zorbach spielt die Blinde Alina Gregoriev eine wichtige Rolle in dem Thriller. Sie steht Zorbach von Anfang an zur Seite und versucht ihm mit ihren hellseherischen Fähigkeiten auf die richtige Spur zu bringen. Alexander Zorbach ist anfangs allerdings und auch im weiteren Verlauf des Buches kritisch gegenüber ihren Behauptungen, sie könnte sich durch Berührungen in die Vergangenheit der jeweiligen Personen versetzen. Diese Zweifel und der fehlende Glaube an das Übernatürliche wirken auf den Leser sehr authentisch. Schon nach kurzer Zeit gehören die Visionen von Alina wie von selbst zur Geschichte dazu, denn sie machen den Thriller erst noch viel unvorhersehbarer und spannender.

Besonders gut hat mir auch der Schreibstil von Sebastian Fitzek gefallen. Der Augensammler war mein erstes Buch von diesem Autor und ich muss wirklich sagen, dass ich von Anfang diesen Schreibstil toll gefunden habe. Es ist eine niveauvolle und einfallsreiche Sprache. Die Spannung wird durch kurze Kapitel, die meistens am Ende einen tollen Cliffhanger habe, kontinuierlich gesteigert und der Leser kann deshalb das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen.

Das Ende des Thrillers ist so unglaublich unvorhersehbar und überrumpelt den Leser erst einmal völlig. Man hält einen Moment inne und versucht das Geschriebene zu verdauen. Eigentlich denkt man, dass sich am Schluss alles auflöst und es ein Happy Ende gibt, doch so einfach ist die Situation hier nicht. Der Spruch „Das Ende ist erst der Anfang“ passt hier wohl am ehesten, denn für Alexander Zorbach ist die Geschichte hier noch lange nicht vorbei. Deshalb bin ich umso gespannt wie Sebastian Fitzek in seinem nächsten Thriller an diesen hier anknüpfen möchte.

Zum Schluss möchte ich noch unbedingt auf die Danksagung am Ende des Buches hinweisen. Normalerweise lese ich Danksagungen nicht, doch bei diesem Buch war es anders. Sebastian Fitzek hat sich richtig viel Mühe gemacht und jeden Person und das sogar mit Bild vorgestellt. Auch die blinden Menschen, die ihm geholfen haben, sich in einen Blinden zu versetzen und zu zeigen, wie deren Welt aussieht, werden alle genannt und dafür gibt es von mir einen Daumen nach oben!

Fazit
Sebastian Fitzek hat es geschafft durch einen ungewöhnlichen Aufbau, gut durchdachte und interessante Charaktere und mit einem Hauch von Übernatürlichen einen packenden Thriller zu schreiben. Das Ende ist wohl der absolute Höhepunkt des Buches, der einen nun ungeduldig auf den neuen Thriller des Autors warten lässt. Ich kann nur jedem sagen: Lest dieses Buch, welches den Titel Psychothriller vollkommen verdient hat!

Bewertung