Autorin: Anne HoltTitel: Gotteszahl
Verlag: Piper Belletristik
Seitenanzahl: 480
ISBN-13: 978-3-492-05395-2
Preis: 19,95 €
Erster Satz
Es war die zwanzigste Nacht im Dezember.
Kurze Inhaltsangabe
In Oslo wird eine stark verweste Leiche aus dem Wasser gezogen, kurz darauf wird die Bischöfin Eva Karin Lysgaard tot im Küstenort Bergen aufgefunden. Für die Morde fehlt jegliches Motiv. Der Kommissar Yngvar Stubø wird auf den Fall angesetzt und nach Bergen beordert, um herauszufinden, wer hinter dem Mord an Eva Karin Lysgaard steckt. Der Ehemann der Bischöfin ist jedoch nicht bereit über die Tat zu sprechen und auch der erwachsene Sohn Lucas weiß nicht, wie er mit der Situation umgehen soll. Als in Oslo weiter Morde geschehen, geht man erst nicht davon aus, dass sie im Zusammenhang mit den ersten beiden Mordfällen stehen. Doch Yngvar Stubø kommt mithilfe seiner Frau Inger Johanne einer christlich-fundamentalistischen Bewegung auf die Schliche, die von archaischem Hass angetrieben auch Morde begeht. Stecken diese wirklich hinter den Morden? Kann Yngvar Stubø den wahren Täter stellen und mögliche weitere Opfer schützen?
Eigene Meinung
Anfangs war ich wirklich enttäuscht von dem Buch, da der Einstieg mir überhaupt nicht gefallen hat. Es reihten sich immer wieder kleine Geschichtsteile aneinander, die jedoch keinen Bezug zueinander hatten. Für mich waren es anfangs einfach nur kleine, verschiedene Erzählungen. Mit jeder Geschichte kamen neue Personen hinzu und es war manchmal wirklich schwierig so schnell umzuschalten und zu wissen, um wen es in der nächsten Szene ging. So blieb das bis Seite 200 ungefähr. Ab da habe ich einen richtigen Wandel in diesem Krimi miterlebt. Die ganzen Teile haben sich relativ schnell verdichtet und der Leser konnte bald auch schon die Zusammenhänge der ganzen einzelnen Geschichten erkennen.
Wer hinter den Morden steckte, konnte der Leser jedoch trotzdem nicht erahnen. Im Nachhinein hätte ich niemals so einen Inhalt erwartet, alleine schon, weil der Text auf dem Buchrücken zu kurz war, um auch nur in geringster Weise eine ungefähre Richtung zu erkennen. Die Handlung wurde mit viel Geschick konstruiert und mit viel Nachdenken ausgedacht. Es ist wirklich erstaunlich wie Anne Holt es geschafft hat aus so vielen kleinen Teilen eine Geschichte zu basteln, in der am Schluss wirklich alles zusammenpasst und fast keine Fragen mehr offen sind. Ich habe am Anfang jedenfalls nicht gewusst, wie all diese kleinen Teile am Ende ein Gesamtbild ergeben sollten.
Das Buch ist kein rasanter Krimi mit vielen, schlimm zugerichteten Opfern und einer richtigen Verbrecherjagd. Der Roman überzeugt eher durch die ruhige und trotzdem spannende Erzählweise von Anne Holt. Erst langsam steigert sie die Spannung und dann ist man so vom Inhalt des Buches gefangen, dass man nicht mehr aufhören möchte.
Gotteszahl war mein zweiter skandinavischer Krimi und auch diesmal ist mir aufgefallen, dass ein großer Teil des Buches sich um die Familiengeschichte dreht. Mir gefällt es richtig gut, wenn man so viel über die Nebencharaktere erfährt. So kenne ich nach diesem Roman die Familie des Ermittlers Yngvar Stubø sehr gut. Yngvar Stubø selbst ist nicht wie andere Ermittler, finde ich. Er ist ein liebenswerter Mensch, der gerne auf die Bedürfnisse seiner Frau und seiner Kindern eingeht und doch hat er die richtige Strenge für seinen Beruf als Kommissar. Ich fand es interessant zu sehen, wie er sich im privaten Leben verhalten hat und im Unterschied dazu während der Arbeit. Anne Holt hat sich für jeden Einzelnen der vielen Charaktere genug Zeit genommen, um ihn dem Leser gut vorzustellen und das hat mir gefallen.
Das Thema, um das es in diesem Krimi geht, ist sehr komplex und doch nehme ich nach dem Lesen dieses Buches sehr viele Informationen mit. Ich habe wirklich noch nie etwas darüber gehört oder gelesen und deshalb war ich auch sehr interessiert daran. Es handelt sich dabei um das Thema Hass und im Bezug zur Kriminalität um Hasskriminalität. Dieses Thema spielte im Buch eine entscheidende Rolle für den Handlungsablauf und wurde manchmal auch wissenschaftlich erklärt. Es war jedoch so wissenschaftlich erzählt, dass es den Leser dazu angeregt hat, mehr darüber erfahren zu wollen und es war auch so, dass jeder es verstehen konnte.
Fazit
Ich bin wirklich froh, dass ich an diesem Buch drangeblieben bin, auch nach einem Anfang, der mir nicht so gut gefallen hat. Denn sonst hätte ich diesen tollen Wandel und eine super spannende und inhaltsreiche Geschichte verpasst. Dieses Buch unterhält den Leser nicht nur, es ist auch lehrreich und handelt von einem Thema, dass sehr interessant ist. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass man sich hier nicht auf einen überaus rasanten und einfachen Krimi einstellen sollte, sondern auf ein eher ruhiges und sich langsam aufbauendes Buch mit viel gutem Inhalt.
Bewertung

Es war die zwanzigste Nacht im Dezember.
Kurze Inhaltsangabe
In Oslo wird eine stark verweste Leiche aus dem Wasser gezogen, kurz darauf wird die Bischöfin Eva Karin Lysgaard tot im Küstenort Bergen aufgefunden. Für die Morde fehlt jegliches Motiv. Der Kommissar Yngvar Stubø wird auf den Fall angesetzt und nach Bergen beordert, um herauszufinden, wer hinter dem Mord an Eva Karin Lysgaard steckt. Der Ehemann der Bischöfin ist jedoch nicht bereit über die Tat zu sprechen und auch der erwachsene Sohn Lucas weiß nicht, wie er mit der Situation umgehen soll. Als in Oslo weiter Morde geschehen, geht man erst nicht davon aus, dass sie im Zusammenhang mit den ersten beiden Mordfällen stehen. Doch Yngvar Stubø kommt mithilfe seiner Frau Inger Johanne einer christlich-fundamentalistischen Bewegung auf die Schliche, die von archaischem Hass angetrieben auch Morde begeht. Stecken diese wirklich hinter den Morden? Kann Yngvar Stubø den wahren Täter stellen und mögliche weitere Opfer schützen?
Eigene Meinung
Anfangs war ich wirklich enttäuscht von dem Buch, da der Einstieg mir überhaupt nicht gefallen hat. Es reihten sich immer wieder kleine Geschichtsteile aneinander, die jedoch keinen Bezug zueinander hatten. Für mich waren es anfangs einfach nur kleine, verschiedene Erzählungen. Mit jeder Geschichte kamen neue Personen hinzu und es war manchmal wirklich schwierig so schnell umzuschalten und zu wissen, um wen es in der nächsten Szene ging. So blieb das bis Seite 200 ungefähr. Ab da habe ich einen richtigen Wandel in diesem Krimi miterlebt. Die ganzen Teile haben sich relativ schnell verdichtet und der Leser konnte bald auch schon die Zusammenhänge der ganzen einzelnen Geschichten erkennen.
Wer hinter den Morden steckte, konnte der Leser jedoch trotzdem nicht erahnen. Im Nachhinein hätte ich niemals so einen Inhalt erwartet, alleine schon, weil der Text auf dem Buchrücken zu kurz war, um auch nur in geringster Weise eine ungefähre Richtung zu erkennen. Die Handlung wurde mit viel Geschick konstruiert und mit viel Nachdenken ausgedacht. Es ist wirklich erstaunlich wie Anne Holt es geschafft hat aus so vielen kleinen Teilen eine Geschichte zu basteln, in der am Schluss wirklich alles zusammenpasst und fast keine Fragen mehr offen sind. Ich habe am Anfang jedenfalls nicht gewusst, wie all diese kleinen Teile am Ende ein Gesamtbild ergeben sollten.
Das Buch ist kein rasanter Krimi mit vielen, schlimm zugerichteten Opfern und einer richtigen Verbrecherjagd. Der Roman überzeugt eher durch die ruhige und trotzdem spannende Erzählweise von Anne Holt. Erst langsam steigert sie die Spannung und dann ist man so vom Inhalt des Buches gefangen, dass man nicht mehr aufhören möchte.
Gotteszahl war mein zweiter skandinavischer Krimi und auch diesmal ist mir aufgefallen, dass ein großer Teil des Buches sich um die Familiengeschichte dreht. Mir gefällt es richtig gut, wenn man so viel über die Nebencharaktere erfährt. So kenne ich nach diesem Roman die Familie des Ermittlers Yngvar Stubø sehr gut. Yngvar Stubø selbst ist nicht wie andere Ermittler, finde ich. Er ist ein liebenswerter Mensch, der gerne auf die Bedürfnisse seiner Frau und seiner Kindern eingeht und doch hat er die richtige Strenge für seinen Beruf als Kommissar. Ich fand es interessant zu sehen, wie er sich im privaten Leben verhalten hat und im Unterschied dazu während der Arbeit. Anne Holt hat sich für jeden Einzelnen der vielen Charaktere genug Zeit genommen, um ihn dem Leser gut vorzustellen und das hat mir gefallen.
Das Thema, um das es in diesem Krimi geht, ist sehr komplex und doch nehme ich nach dem Lesen dieses Buches sehr viele Informationen mit. Ich habe wirklich noch nie etwas darüber gehört oder gelesen und deshalb war ich auch sehr interessiert daran. Es handelt sich dabei um das Thema Hass und im Bezug zur Kriminalität um Hasskriminalität. Dieses Thema spielte im Buch eine entscheidende Rolle für den Handlungsablauf und wurde manchmal auch wissenschaftlich erklärt. Es war jedoch so wissenschaftlich erzählt, dass es den Leser dazu angeregt hat, mehr darüber erfahren zu wollen und es war auch so, dass jeder es verstehen konnte.
Fazit
Ich bin wirklich froh, dass ich an diesem Buch drangeblieben bin, auch nach einem Anfang, der mir nicht so gut gefallen hat. Denn sonst hätte ich diesen tollen Wandel und eine super spannende und inhaltsreiche Geschichte verpasst. Dieses Buch unterhält den Leser nicht nur, es ist auch lehrreich und handelt von einem Thema, dass sehr interessant ist. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass man sich hier nicht auf einen überaus rasanten und einfachen Krimi einstellen sollte, sondern auf ein eher ruhiges und sich langsam aufbauendes Buch mit viel gutem Inhalt.
Bewertung










