Dienstag, 28. September 2010

[Rezension] Hex Hall - Wilder Zauber von Rachel Hawkins

Autorin: Rachel Hawkins
Titel: Hex Hall - Wilder Zauber
Verlag: Egmont Lyx
Seitenanzahl: 304
ISBN-13: 978-3-802-58239-4
Preis: 9,95 €


Erster Satz
Felicia Miller hatte sich auf die Toilette zurückgezogen und heulte. Mal wieder.

Kurze Inhaltsangabe
Nachdem Sophie Mercer ein Liebeszauber völlig misslingt, wird sie nach Georgia in eine Schule für magische Wesen geschickt. Hecate Hall, so heißt die Schule, ist für Hexen, Elfen und Vampire, die lernen sollen mit ihren Kräften richtig umzugehen. Schon am ersten Tag trifft Sophie den gutaussehenden Archer und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Ihre Zimmergenossin ist die einzige Vampirin auf Hex Hall, Jenna. Als zwei Hexen angegriffen und schwer verletzt werden, wird Sophies Freundin Jenna von den Schülern dafür verantwortlich gemacht. Doch Sophie glaubt nicht daran und begibt sich auf die Suche nach dem wahren Täter. Wird sie ihn finden oder selbst das nächste Opfer sein? Und hat ihre Liebe zu Archer eine Chance?

Eigene Meinung
Allein die Beschreibung auf dem Buchrücken hat mich neugierig gemacht und ich wollte dieses Buch gerne lesen. Hexen, Elfen, Vampire und ein Internat, in dem alle zusammenleben. Das hat mir schon gereicht, um mich für dieses Buch zu begeistern. Zuerst hat es mich ein bisschen an Harry Potter und Hogwarts erinnert, aber diese Meinung hat sich bald geändert.

Gleich am Anfang misslingt Sophie ein Liebeszauber so richtig. Ich konnte mich nach den ersten Seiten nicht mehr halten und musste laut loslachen. Die ganzen Geschehnisse sind so kurios und gut beschrieben, dass man einfach nur lachen kann. Und nicht nur am Anfang macht Sophie so einiges falsch, auch im weiteren Verlauf des Buches tappt sie gerne in das eine oder andere Fettnäpfchen, ob absichtlich oder nicht sei dahingestellt. Nach den ersten Seiten mochte ich Sophie schon sehr. Sie ist ein Charakter, den man einfach sofort mag, weil sie frech ist und immer einen witzigen Spruch auf den Lippen hat. Und weil sie eben nicht immer nur auf der Sonnenseite steht, sondern auch einmal Pech hat, kann der Leser sich so gut mit ihr identifizieren. Anfangs ist sie in ihrer „richtigen“ Schule eine Außenseiterin und auch auf Hex Hall ändert sich das nicht sofort. Sie hat es dort nicht leicht, weil sie sich in dieser Welt voller Zauber und Magie erst zurechtfinden muss, da sie wie ein normales Mädchen aufgewachsen ist. Sie entwickelt sich während der voranschreitenden Geschichte immer weiter und wird selbstsicherer und diese Entwicklung hat mir sehr gefallen.

Am Anfang ist das Buch wirklich sehr witzig, aber ich finde, dass es im weiteren Verlauf auch etwas ernster und düsterer wird. Als die Angriffe auf die Hexen passieren, wird dem Buch damit eine besondere Tiefe verliehen. Auch wird die Liebesgeschichte um Sophie und Archer nicht ins kitschige gezogen, sondern wandelt genau auf dem richtigen Grad, um Jugendlichen zu gefallen.

Jede Person strahlt ihre eigene Persönlichkeit aus und hat ihre besonderen Talente oder auch Macken. Ich konnte mir die Protagonisten sehr gut bildlich vorstellen, weil sie manchmal ein außergewöhnliches Aussehen haben. So hat die Rektorin von Hecate Hall fast immer ihr Haar zu einer komplizierten Hochsteckfrisur gedreht und gezupft und so ein Bild prägt sich leicht ein.

Bis zum Schluss ist dem Leser nicht klar, wer hinter den Anschlägen auf die Hexen steht. Natürlich versucht Sophie ihre Vampirfreundin Jenna vor Anschuldigungen zu decken, aber auch ihr kommen manchmal leichte Zweifel. Das Ende ist dann wirklich sehr überraschend und man hätte wohl nie damit gerechnet. Aber genau das finde ich an diesem Buch toll, dass es so unvorhersehbar ist.

Ich kann es auf jeden Fall kaum noch erwarten, bis der nächste Teil dieser Reihe im März 2011 erscheint. Alleine schon, weil ich wissen möchte wie es in der Beziehung von Sophie und Archer weitergeht. Und ob wirklich das passiert, was am Ende im letzten Satz steht.

Fazit
Hex Hall – Wilder Zauber ist ein Fantasyroman, der jungen Leuten, besonders Mädchen, gefallen sollte. Die Protagonistin Sophie erobert sofort den Leser mit ihrer witzigen Art und auch die anderen Charaktere sind sehr gut beschrieben. Ich kann diesen Roman auf jeden Fall nur empfehlen, wenn ihr ein nicht so anspruchsvolles und witziges Buch für zwischendurch sucht.

Bewertung




Ich bedanke mich recht herzlich bei
für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 26. September 2010

[Rezension] Die Maurin von Lea Korte

Autorin: Lea Korte
Titel: Die Maurin
Verlag: Knaur Taschenbuch
Seitenanzahl: 672
ISBN-13: 978-3-426-50230-3
Preis: 9,95 €


Erster Satz
Zahra wusste, dass sie um diese späte Stunde in ihrem Bett zu liegen und zu schlafen hatte, aber die Nacht war drückend heiß, die Luft in ihrem Zimmer schwül und stickig, und so schlich sie sich doch hinaus und huschte über die Treppe auf die Dachterrasse.

Kurze Inhaltsangabe
Wir befinden uns im 15. Jahrhundert in Andalusien. Hier toben grausame Kämpfe zwischen den Mauren und Christen, die jeweils das Land des anderen wollen. Auch das Leben der Halbmaurin Zahra bleibt von den Kämpfen nicht unberührt. Denn schon bald verliebt sie sich in den adligen Kastilier Gonzalo, obwohl sie bald mit einem ungeliebten Mauren verheiratet werden soll. Am Hof des Emirs ist sie die Hofdame der ersten Frau des Emirs, der Sultanin Aischa. Zahra liest dieser vor und leistet ihr Gesellschaft, während sie in einem Zimmer eingesperrt ist. Diese Frau führt sie in die Welt der Männer ein und bringt ihr bei, wie sie unter diesen unerkannt leben kann. Als sich die Lage immer mehr zuspitzt, wird auch Zahra in die politischen Machenschaften und Intrigen hineingezogen und sieht sich vor fast unlösbaren Aufgaben. Wird ihre Liebe ihr das Leben kosten? Und kann sie die Aufgaben, die ihr auferlegt wurden, lösen?

Eigene Meinung
Die Maurin war für mich der erste Roman von Lea Korte und auch einer der ersten „richtigen“ historischen Romane. Ich glaube, dass mich noch nie ein historischer Roman so sehr gefesselt und mitgenommen hat. Ich fühlte mich zu jeder Zeit mitten im Geschehen und sah die Situationen bildhaft vor mir.

Der Roman ist spannend geschrieben von Anfang bis zur letzten Seite. Dabei basiert das Buch auf realen Fakten und wird mit der fiktiven Geschichte um Zahra verwoben. So liest sich der fast 700seitige Roman schnellstens durch. Man erfährt vieles aus dem Leben der Mauren und der Kastiliern und lernt viel über deren Kulturen in dieser Epoche. Ganz klar stand für mich aber nicht nur die Liebesgeschichte um Zahra im Vordergrund, sondern wie die Menschen damals im Krieg mit Hass und Verzweiflung lebten und wie deren Glauben immer wieder zu einem heiklen Thema wurde.

Der Krieg wird in all seinen Einzelheiten beschrieben und nichts an den schlimmen Kämpfen wird verharmlost. Manchmal waren die Beschreibungen wirklich sehr grausam, aber genauso war es damals auch. Man fühlte sich förmlich in den schrecklichen Krieg hineingezogen, aber ich konnte mich nicht entschlossen auf eine Seite der Kämpfenden schlagen, denn beide Völker kämpften um Land und Überleben. Der Leser steht genau zwischen den beiden Fronten und bekommt jeweils deren Beweggründe mit.

Zahra spielt die Hauptrolle in diesem Buch und deshalb erfährt man so vieles über sie und ihr abenteuerliches Leben. Besonders schön fand ich es, ihre Entwicklung vom jungen Mädchen zur erwachsenen, reifen Frau und Mutter mitverfolgen zu können. Immer wieder musste Zahra harte Schicksalsschläge einstecken, ging daran aber nicht zugrunde. Sie ist nicht wie die anderen Frauen zu ihrer Zeit, deren ganzes Leben vorherbestimmt war. Denn sie widersetzt sich all den Regeln und Werten und kämpft für ihre Freiheit, auch wenn sie weiß, was für Strafen auf sie zukommen könnten. Eigentlich wird sie ganz ungewollt in die politischen Machenschaften hineingezogen, da sie Hofdame und enge Vertraute der Sultanin ist. Da sie aber sehr mutig ist, begibt sie sich immer wieder in gefährliche und anspruchsvolle Situationen und daran wächst sie. Sie unterstützt ihr Land mit ihrem Leben und setzt damit auch ihre Ehre, die damals sehr wichtig war, aufs Spiel.

Der Roman bringt die Stellung, aber auch die Sehnsüchte von Frauen im 15. Jahrhundert sehr gut zum Ausdruck, besonders gut konnte man das an den weiblichen Geschwistern von Zahra miterleben, die ein anderes Leben zu führen hatten. Ich bin auf jeden Fall sehr froh, nicht in so einer Epoche geboren zu sein, denn ich könnte nicht so leben. Und genau deswegen konnte ich Zahra und ihren Drang nach Freiheit und eigenem Bestimmen über ihr Leben so gut verstehen und mochte sie vom ersten Augenblick an. Auch sind die anderen Charaktere alle sehr detailliert beschrieben und man bekommt schon früh mit, wer auf der guten und wer auf der bösen Seite steht. Außerdem passen die Personen, so wie sie beschrieben werden, gut in ihre Rolle, die sie zu dieser Zeit tragen.

Fazit
Eine außergewöhnliche historische Geschichte über eine Frau, die sich allen Regeln und Werten widersetzt und für ein freies und gerechtes Leben eintritt. Ein unglaublich spannend geschriebener Roman, der sich zur Zeit der Reconquista abspielt und Fakten und Fiktion gut miteinander verbindet. So macht Geschichte (lesen) Spaß!

Noch einen Hinweis: Wie Lea Korte verlauten lies, wird es bald auch einen zweiten Teil von Die Maurin geben und ich bin mir ganz sicher, dass ich diesen Roman gewiss auch lesen werde und ihr hoffentlich auch!

Bewertung




Ich bedanke mich recht herzlich bei Lea Korte (ihre Homepage)
für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 16. September 2010

[Neu] Das Grab & Hex Hall - Wilder Zauber

Heute haben mich zwei Rezensionsexemplare erreicht, über die ich mich sehr gefreut habe. Bei dem Roman von Heyne hatte ich gar keine Mail als Antwort bekommen und freue mich nun doppelt!

Das Grab von Richard Laymon
Alle machten sich über Melvin lustig. Nur Vicki hatte den Mut, sich für den Außenseiter einzusetzen. Das änderte sich schlagartig, als er auf die Idee kam, eine Leiche auszugraben und mit Hilfe einer Autobatterie zum Leben zu erwecken. Jahre später wird Vicki immer noch von Alpträumen gequält. Als sie in ihre Heimatstadt zurückkehrt, wird Melvin gerade aus einer Anstalt entlassen. Er ist verrückter als je zuvor – und hat bei seinen Experimenten gewaltige Fortschritte gemacht. (Rezensionsexemplar vom Heyne Verlag)

Hex Hall - Wilder Zauber von Rachel Hawkins
Sophie Mercer ist eine Hexe. Doch die Sache mit der Magie klappt noch nicht so richtig. Als sie einer Mitschülerin helfen will, endet dies mit derart katastrophalen Folgen, dass ihre Mutter sie an die Hecate Hall schickt, ein Internat für junge Hexen, Gestaltwandler und Feen. Dort teilt sich Sophie ein Zimmer mit der einzigen Vampirin der Schule. Bald nach ihrer Ankunft versucht ein Trio dunkler Hexen, sie für ihren Zirkel zu gewinnen. Und Sophie verliebt sich Hals über Kopf in den traumhaft gut aussehenden Hexer Archer - den Herzensbrecher von Hecate Hall. Da werden auf dem Campus einige Hexen angegriffen, und der Verdacht fällt auf Sophies Zimmergenossin. (Rezensionsexemplar vom Egmont Lyx Verlag)

Dienstag, 14. September 2010

[Rezension] Kölner Kreuzigung von Stefan Keller

Autor: Stefan Keller
Titel: Kölner Kreuzigung
Verlag: Gmeiner
Seitenanzahl: 278
ISBN-13: 978-3-839-21078-9
Preis: 9,90 €


Erster Satz
Andächtig kniete der Maler Stephan Lochner vor der noch leeren kleinen Holztafel, in deren Mitte sich leicht rötlich schimmernd ein Holzkreuz abhob, das offenbar nachträglich in eine andere Holzplatte eingearbeitet worden war.

Kurze Inhaltsangabe
Marius Sandmann und sein Chef Gunther Brock sind Detektive und haben gerade einen neuen Fall bekommen. Sie sollen ein verschollenes Gemälde aus dem 15. Jahrhundert wiederfinden. Kurze Zeit später wird Gunther Brock tot aufgefunden. Er wurde auf einem alten Schutthügel des 2. Weltkrieges an ein Kreuz genagelt. Die Polizei ist fassungslos und auch Marius Sandmann ist zutiefst schockiert über den Tod seines Chefs. Könnte dieser Mord etwas mit ihrem neusten Auftrag zu tun haben? Denn das Gemälde, das sie suchen sollten, ist eine Kreuzigung, angeblich gemalt auf einem Stück vom Kreuz Jesu Christi. Sandmann begibt sich selbst auf die Suche nach dem Mörder und gerät immer tiefer in die Geschichte des Bildes, die bis in den zweiten Weltkrieg zurückreicht. Währenddessen befassen sind die Kommissare Hannes Bergkamp und Paula Wagner mit zwei toten Schauspielern. Könnte dieser Fall etwas mit dem verschwundenen Gemälde zu tun haben? Und wird Marius Sandmann den Täter stellen oder sich selbst in Gefahr begeben?

Eigene Meinung
Wie der Titel schon verrät, handelt es sich bei diesem Roman um einen in Köln spielenden Krimi. Der Autor Stefan Keller wohnt selbst in Köln und bringt dieses Wissen sehr gut in seinem Krimi unter. Es ist aber nicht so, dass er die Stadt bis ins kleinste Detail beschreibt. Er bringt immer wieder kleine Stadtbeschreibungen in seiner Geschichte ein, die ein nicht in Köln lebender Leser versteht und die ihn auch interessieren.

Zuerst war ich ein bisschen verwirrt durch die ganzen Handlungsstränge, die sich anfangs zur selben Zeit abgespielt haben. Aber nach den ersten paar Kapiteln habe ich mich damit zurechtgefunden und bin ich richtig in die Story eingestiegen. Die Geschichte ist gut durchdacht und es ist dem Leser nicht möglich von vorneherein zu sagen, wer überhaupt verdächtig sein könnte. Aus anfangs noch vielen losen Fäden, setzt sich zu Schluss dann alles passend zusammen. Stefan Keller hat sich eine wirklich komplexe Story ausgedacht und sie von Anfang an mit einem bestimmten Ziel auf das Ende zulaufen lassen. Die Suche von Marius Sandmann nach dem Mörder steht im Vordergrund, doch es werden andere Nebenhandlungen geschickt miteingeflochten, so dass man mehrere Perspektiven auf den einen Fall bekommt. Auch gibt es immer wieder kleine Erzählungen aus der Vergangenheit, die mit dem Fall zu tun haben und so erfährt man mehr, als Marius Sandmann überhaupt weiß.

Stefan Keller hat mit Marius Sandmann wirklich einen tollen Charakter erschaffen. Allein durch die Beschreibungen hatte ich Marius richtig vor Augen. Er ist ein Charakter, der so im echten Leben existieren könnte, denn er wirkt im Roman sehr menschlich. Seine Angst nach dem Tod von Gunther Brock, wie es zum Beispiel mit der Detektei und ihm weitergeht, fand ich realistisch. In gefährlichen Situationen reagiert er wie jeder andere Mensch es auch tun würde, er zeigt die Angst, die er hat. Ich denken außerdem, dass besonders jüngeren Leser wie mir beispielsweise, die Person von Marius Sandmann gefallen sollte. Denn er ist jung, sportlich und modern und das alles macht ihn dem Leser sympathisch.

Mir ging es an manchen Stellen allerdings ein bisschen zu schnell und es wäre schön gewesen, wenn der Autor noch etwas mehr erklärt hätte. Besonders zum Schluss hin waren mir einige Details noch nicht ersichtlich. Stellenweise kamen mir auch zu viele Namen auf einmal vor und ich musste eine Zeile zweimal durchlesen, bevor ich wusste mit wem ich diesen Namen zu verbinden habe.

Fazit
Ein deutscher Kriminalroman, der sich in einer komplex aufgebauten Geschichte um einen jungen und modernen Detektiv dreht, der dem Leser sofort sympathisch ist und besonders jungen Leser gefallen sollte. Leider fehlen stellenweise genauere Erklärungen, aber das machen die unterschiedlichen Perspektiven auf den einen Fall wieder wett. Stefan Keller ist mit dem Krimi Kölner Kreuzigung ein guter Debütroman gelungen, der dem Leser ein paar schöne Stunden voller Spannung und auch Nachdenken beschert.

Bewertung




Ich bedanke mich recht herzlich beim
für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 11. September 2010

Stöckchen #1

Die liebe Petra von Seitenweise... hat mir ein Stöckchen zugeworfen und ich habe es gerne gefangen.

Hier sind die Regeln:
> Nimm das nächste Buch in deiner Nähe mit mindestens 123 Seiten.
> Schlage Seite 123 auf.
> Suche den fünften Satz auf der Seite.
> Poste die nächsten drei Sätze.
> Wirf das Stöckchen an fünf Blogger weiter.

Momentan lese ich Die Maurin von Lea Korte und der Roman hat auf jeden Fall 123 Seiten.

Der Boden unter ihren Füßen schien zu beben, die Hauswand in ihrem Rücken zu zittern. In panischem Schrecken floh sie weiter, rannte durch die menschenleeren Gassen, in denen ihre eiligen Schritte wie Peitschenhiebe knallten, und erreichte endlich außer Atem ihr Zuhause. Als sie klopfen wollte, fand sie die Tür nur angelehnt vor, was ihr Schauer der Angst über den Rücken jagte.

Ich werfe das Stöcken an diese Blogger weiter. Alle anderen dürfen es natürlich auch machen, ich würde mich sehr freuen!

fantastische Bücherwelt
Tines Bücherwelt
Bücherdrache
nobody knows
Lesen Beflügelt

Dienstag, 7. September 2010

[Rezension] Das Ikarus-Projekt - Schatten und Licht von Jackie Kessler & Caitlin Kittredge

Autorinnen: Jackie Kessler & Caitlin Kittredge
Titel: Das Ikarus-Projekt - Schatten und Licht
Verlag: Egmont Lyx
Seitenanzahl: 544
ISBN-13: 978-3-802-58354-4
Preis: 9,95 €


Erster Satz
Patientin und Ehepartner/Lebensgefährte/Unterzeichner verzichtet hiermit ausdrücklich auf das Recht, gegen Ikarus Biological, Dr. Matthew Ikarus sowie alle Partner, Hauptbevollmächtigten und Stellvertreter gerichtliche Verfahren jeglicher Art einzuleiten wegen:

Kurze Inhaltsangabe
Wir schreiben das Jahr 2112. Die Welt hat vier Weltkriege überstanden und ist durch das Ikarus-Projekt von Menschen mit Superkräften bevölkert.
Mittendrin befindet sich die Superheldin Jet, die als Paradebeispiel der Außermenschlichen gilt. Sie beschützt die Einwohner von New Chicago vor allem, was dort draußen lauert. In ihrer Akademiezeit war sie mit Iridium befreundet. Die beiden waren ein ungleiches Team, das genau deswegen so gut zusammenpasste. Sie waren Schatten und Licht. Doch dann wurde ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt und zerbrach daran. Nun sind die beiden verfeindet und Iridium gilt als Abtrünnige, die von Jet gefangen werden soll. Während Jet dauernd vor Kameras stehen muss und Interviews gibt, ist Iridium davon überzeugt, dass sich hinter der strahlenden Fassade der Akademie etwas Finsteres verbirgt und möchte das ganze System zum Einsturz bringen. Kurzerhand später befinden sich die beiden in einer Verschwörung ungeahnter Kraft, in der die Grenzen zwischen Gut und Böse zunehmest verschwimmen. Werden die beiden Außermenschlichen wieder zueinanderfinden? Und können sie die Intrigen, in die sie hineingeraten sind, aufdecken?

Eigene Meinung
Der erste Band der Reihe Das Ikarus-Projekt hat mir unheimlich gut gefallen. Das Buch kann durch eine komplexe Handlung, die nicht vorherzusehen ist und durch einen tollen Schreibstil überzeugen. Man wird in eine Welt hineingeworfen, die so unglaublich ist, dass man zuerst nicht daran glauben will. Doch nach und nach ist man mitten im Geschehen und kämpft an der Seite der Außermenschlichen.

Das Buch spielt im Jetzt und erzählt die Geschichte von Jet und Iridium. Währenddessen gibt es immer wieder Rückblenden in das Damals, dass die fünf Jahre Akademie beschreibt. Dabei erfährt man aus der Sicht von Jet und von Iridium wie die beiden zu ihren Superkräften gekommen sind und was sie in den fünf Jahren Ausbildung an der Akademie alles zusammen erlebt haben. Mir persönlich hat dieser Perspektivenwechsel sehr gut gefallen, da man so über eine Person viel mehr erfahren hat. Man wusste beispielsweise nicht nur, was Jet über sich denkt, sondern auch wie Iridium oder andere Charaktere sie wahrnehmen. Außerdem wurde die Spannung über die ganze Handlung hin aufrecht erhalten und man war förmlich dazu gezwungen weiterzulesen, weil man wissen wollte wie es zum Bruch der Freundschaft gekommen ist.

Die Charaktere werden sehr schön beschrieben und jede Person, die etwas mit den beiden Hauptprotagonisten zu tun hat, bekommt ein ganz eigenes Gesicht. Jet und Iridium werden wie zwei Seiten einer Medaille beschrieben. Iri ist diejenige, die sich nie an Regeln halten kann und stets einen frechen Spruch auf den Lippen hat. In Gesprächen mit ihr triefen die Dialoge nur so vor Sarkasmus und ich musste wirklich oft laut auflachen. Dieser Sarkasmus untermalt ihren Charakter sehr schön. Jet dagegen wird als ruhige und pflichtbewusste Person beschrieben. Außerdem haben die Autorinnen sich gute Vorgeschichten für die beiden Mädchen einfallen lassen. Denn Iridium und Jet sind zwei Charaktere, die beide mit einer Vergangenheit zu kämpfen haben, die ihr jetziges Leben beeinflusst.

Anfangs ist noch klar zu unterscheiden, wer Gut und wer Böse ist. Doch im Verlaufe des Buches verschwimmen diese Grenzen immer mehr. Für mich wurde im Laufe der Handlung klar, dass Iridium nicht in die Kategorie Böse einzuordnen ist, denn sie hat für mich trotz ihres Status Abtrünnige nach wie vor gerecht gehandelt. Unglaublich interessant fand ich es zu sehen, dass die von denen man dachte sie kämpfen für das Gute, diejenigen sind, die mit einem bestimmten Hintergedanken etwas ganz anderes erreichen wollen.

Zwischendrin gab es auch eine kleine Romanze, die aber nicht weiter ausgeführt wurde. Vermutlich sollte sie nicht in den Vordergrund rücken, sondern nur eine kleine Gruppe von Lesern, die auf Romantic steht, anregen. Das fand ich persönlich ein bisschen schade. Man hätte noch ein bisschen mehr darauf eingehen und die Gefühle besser beschreiben können. Aber die Geschichte war auch so spannungsgeladen genug.

Des Weiteren wird der Konflikt Menschen und Außermenschliche angesprochen. Mehrmals steht die Frage im Raum, ob die Menschen nicht ohne die Superhelden überleben könnten. Und ich finde in unseres heutigen Zeit ist das ein Thema, dass sehr passend ist. Immer mehr entwickelt sich die Technik und die Forschung ist ständig auf der Suche nach etwas Neuem. Möglichweise werden in 100 Jahren viele Aufgaben von Robotern oder weiterentwickelten Wesen übernommen. Ich konnte mich bei Gesprächen, in denen es genau um diesen Konflikt geht, für keine der beiden Seiten entscheiden.

Fazit
Der Egmont Lyx Verlag meinte, dass alle Fans der Filme X-Men und Die Liga der außergewöhnliche Gentleman dieses Buch lieben würden und damit liegt der Verlag vollkommen richtig. Das Ikarus-Projekt ist ein tolles Buch, das in verschiedenen Zeitstufen eine komplexe Geschichte über das Leben zweier Außermenschlichen auf der Suche nach dem eigenen Weg beschreibt. Ein Muss für Menschen, die schon immer einmal ein Buch über Superhelden und Superschurken, die es sonst nur in Comics gibt, lesen wollten!

Bewertung

Samstag, 4. September 2010

Interview mit Sabine von World of Armitage

Da ich ein großer Fan von dem Genre Romantic Fantasy bin, bin ich immer auf der Suche nach guten Rezensionen zu diesen Büchern. Vor ein paar Monaten bin ich auf eine tolle Homepage gestossen, auf der nur solche Bücher vorgestellt und rezensiert werden. Nun schaue ich immer, bevor ich mir ein Buch aus diesem Genre kaufen möchte, dort vorbei und lass mich beraten. Diese Seite gehört Sabine und heißt World of Armitage und da ich so begeistert von dieser Homepage bin, habe ich Sabine nach einem Interview gefragt und sie hat diesem zugestimmt. Viel Spaß beim Lesen!


Liebe Sabine,
vielen Dank, dass du dich bereit erklärt hast, meinem Blog ein paar Fragen über dich und deine Homepage zu beantworten.

Würdest du dich bitte erst einmal kurz vorstellen?
Ich heiße Sabine, bin 31 Jahre alt und ein begeisterter Fan von Urban und Romantic Fantasy Romanen! Um meine Bücherleidenschaft zu finanzieren, arbeite ich als Fremdsprachensekretärin und wenn ich nicht gerade lese, beschäftige ich mich in meiner Freizeit mit meinem Pferd.

Seit wann gibt es deinen Blog und warum hast du ihn eröffnet?
2008 habe ich zum ersten Mal ein paar Inhalte auf meine Seite gestellt, damals handelte sie noch von Mangas, die ich früher unheimlich gern gelesen habe. Daher auch der – etwas ungewöhnliche – Name World of „Armitage“, denn Armitage ist eine Figur aus einem japanischen Anime, der mir sehr gut gefallen hat. Anfang 2009 bin ich dann zu den Paranormalen Romanen gekommen und die Begeisterung hält an. Eigentlich sollte meine Seite nur eine kleine Übersicht für mich werden, damit ich nicht den Überblick über alle meine Bücher verliere, aber dann hat es mir so viel Spaß gemacht, Infos zu posten und Rezensionen zu schreiben, dass ich die Seite immer mehr erweitert habe.

Wie lange hat es gedauert, bis deine Homepage so war wie du es dir gewünscht hast?
Eigentlich ist sie immer noch nicht so, wie ich es mir wünsche :)
Das liegt vor allem an meinen Programmierkenntnissen, die ich gerne erweitern würde. Ich würde auch irgendwann gerne ein paar interaktive Funktionen in meine Seite einbauen (Kommentarfunktionen, Gästebuch etc.) und arbeite daran.

Unterstützen Verlage deine Seite mit Rezensionsexemplaren oder finanzierst du alles selbst?
Der Egmont Lyx Verlag schickt mir freundlicherweise immer mal ein paar Rezensionsexemplare zu (vielen Dank an dieser Stelle). ansonsten finanziere ich meine Bücher selbst.

Wie viel Zeit nimmt die tägliche Pflege und Aktualisierung deiner Homepage ein?
Im Durchschnitt arbeite ich ca. 1 Stunde pro Tag an meiner Seite. Vor allem wenn es Neues von den Verlagen gibt, habe ich viel zu tun und die Recherche-Arbeit auf den Autorenseiten nimmt auch viel Zeit in Anspruch. Ich freue mich immer, wenn ich E-Mails von Leserinnen oder Lesern bekomme, die mir News mitteilen, die ich übersehen habe oder andere Infos.

Wer ist dein/e Lieblingsautor/in und welche Buchreihe kannst du den Lesern empfehlen?
Schwierige Frage, aber zur Zeit geht bei mir nichts über Lilith Saintcrow und vor allem bin ich ein großer Fan ihrer Dante Valentine Dämonenjägerin Serie. Mein ultimativer Tipp für alle Dark Urban Fantasy Leser/innen.

Hast du irgendwelche Kriterien, nach denen du die Bücher auf deine Hauptseite nimmst? (Denn es gibt ja auch noch die Kategorie Was sonst noch auf dem Markt ist.)
Auf meine Hauptseite kommen nur Bücher/Serien, die ich gelesen habe oder auf jeden Fall lesen werde. Alle anderen Titel werden auf der Seite „Was sonst noch auf dem Markt ist“ kurz erwähnt. Generell konzentriere ich mich stark auf Werke von US-Autoren und auf die Genre Romantic und Urban Fantasy. Comedy mag ich nicht so gerne. Young Adult Titel interessieren mich auch nicht unbedingt.

Liest du auch Bücher aus anderen Genres?
Nein, ich lese nur Bücher aus dem Fantasy Genre, für alle anderen bleibt gar keine Zeit (mein Stapel zu lesender Titel wächst und wächst…)

Hast du selbst schon einmal daran gedacht ein Buch zu schreiben?
Den Gedanken daran habe ich oft, es wäre toll, wenn man nach all der Inspiration durch gelesene Bücher die eigenen Fantasiewelten zum Leben erwecken könnte. Ich schrecke allerdings immer noch vor dem Aufwand und der Arbeit zurück, die hinter einem Buch stehen; und einfach drauflos schreiben ist nicht so empfehlenswert, glaube ich.

Welche paranormalen Geschöpfe faszinieren dich am meisten und warum?
Obwohl ich mittlerweile Bücher über alle paranormalen Kreaturen inkl. Werwölfe, Dämonen und Hexen lese, gehört mein ganzes Herz nach wie vor den Vampiren. Die Faszination für Vampire war es, die mich zu diesem Genre gebracht hat, und sie wird auch nie vergehen. Vampire sind für mich ein Sinnbild für dunkle Macht, Erotik und vor allem für Unsterblichkeit. Als ich damals die ersten Karpathianer Romane von C. Feehan gelesen habe, war es um mich geschehen.

Was macht einen guten Romantic Fantasy - Roman deiner Meinung nach aus?
Romantic Fantasy lebt von den Helden, die darin vorkommen. Eine glaubwürdige, fantasievolle Darstellung der Hauptfiguren, seien sie nun Vampire, Menschen oder Anderes steht für mich absolut im Mittelpunkt. Natürlich ist es toll, wenn der Held attraktiv, gut gebaut und mächtig ist, aber er muss auch Einfühlungsvermögen, Intelligenz und Loyalität beweisen. Eigentlich ist Romantic Fantasy ja „nur“ ein mit paranormalen Elementen bereicherter Liebesroman, also müssen auch die Basis-Zutaten stimmen. Stimmige Dialoge und ein abwechslungsreicher Schreibstil beleben eine Story und wenn die Autorin dann noch eine spannende Handlung untermischt – umso besser.

Bei welcher Lesergruppe, denkst du, kommt das Genre Romantic Fantasy am besten an?
Ich glaube, mehr als 90 % der Leser dieses Genres sind weiblich und zwischen 14 und 50 Jahre alt. Die Titel, die nicht so Liebesroman-lastig sind, werden sicher auch von männlichen Lesern geschätzt, aber davon gibt es im Romantic und Urban Fantasy Bereich nur wenige, da wird man im klassischen Fantasy Genre eher fündig.

Merkst du an der Fülle der Bücher, die du liest, dass das Thema Vampire langsam ausgelutscht ist oder gibt es noch immer gute Ideen?
Ich werde oft gefragt, ob ich denn nicht so langsam mal genug habe von diesem Thema, und meine Antwort lautet immer: Nein. Diese Bücher sind mittlerweile aus meinem Alltag nicht mehr wegzudenken und ich hoffe, dass die Begeisterung noch lange anhält und auch durch immer neue, tolle Veröffentlichungen unterstützt wird!
Sicher ähneln sich die Romane irgendwann mehr oder weniger, aber je genauer man sich mit einer Sache beschäftigt, umso sensibler wird man ja auch für die kleinen aber feinen Details und Unterschiede.

Vielen Dank, liebe Sabine, für dieses sehr interessante Interview! Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Erfolg mit deiner Homepage und werde weiterhin zuerst einen Blick auf deine Internetseite werfen, bevor ich mir ein Buch kaufe.

Lesehörstatistik im August 2010

Gelesen
  1. Tess Gerritsen: Die Chirurgin *****
  2. Lara Adrian: Gezeichnete des Schicksals ***** [Empfehlung des Monats]
  3. Peter Prange: Himmelsdiebe *****
  4. J. Kessler u. C. Kittredge: Das Ikarus-Projekt - Schatten und Licht *****
  5. Lori Handeland: Wolfsbann [bis Seite 199 von 352]

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